Die Macht der Farben in der Gestaltung

Medienplantage, Bremen

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Print kann heute nur überzeugen, wenn er es schafft, bessere Erlebnisse als das Digitale zu vermitteln. Es ist eine Frage der strategischen Erlebnisqualität, wenn Farbe und Material eine Symbiose eingehen!

Alles, was wir sehen, fühlen, hören, schmecken oder riechen hat Auswirkungen auf unsere Emotionen. Farbe verbindet das, ist schreiend oder flüsternd, weich oder hart, leicht oder schwer, duftend oder riechend, süß oder sauer, nah oder fern, auffällig oder unauffällig, alt oder modern. Farbe vereint Eigenschaften aus allen menschlichen Sinnen und bildet damit die einzige Metaebene, die alle Formen der visuell, sensuell und kulturell codierten Kommunikation beherrscht. Aus diesem Grund sehe ich die (gesamte) Farbsprache eines Unternehmens gewissermaßen als seine (oft unbewusste) DNS. An der Farbe sehen Sie die Qualität von Büroräumen, sie sind Anzeichen für authentische Kommunikation mit dem Kunden, Zielgruppen bestimmend und wichtig für die Identifikation und Identifizierbarkeit sowie für ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Wer mit Farbe umgeht, muss ganzheitlich denken.

Im Druck kommen Farbe und Papier zusammen.

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Das Material Papier hat eigene ästhetische Parameter und ist farbig, glatt, glänzend, rau, schwer, weich oder leicht (etc.). Der Gestalter kann die Oberflächeneigenschaften der Papiere und Druckveredelungen nutzen, um beim Kunden/Nutzer bestimmte Zielsetzungen zu erreichen. Es sind zum Beispiel Entscheidungen zu treffen zwischen High-Gloss-Fashion oder Matte-Rough-Nature. Es ist etwas anderes, eine Sandsteinoberfläche auf ein glänzendes Bilderdruckpapier zu drucken oder ein festes, ausgewogen mattes Produkt.

Die Qualität einer Publikation ist immer davon abhängig, wie gut die Sinneseindrücke aus Farbe und Papier aufeinander abgestimmt sind. Ein Magazin für pastellfarbige, natürliche Arzneimittel ist nicht hochglänzend. Einen schwarzen SUV der Oberklasse verkaufe ich (noch) nicht mit einem matten Recyclingpapier.

Print kann heute nur überzeugen, wenn er es schafft, bessere (realere und ehrlichere) Erlebnisse als das Digitale zu vermitteln. Und das funktioniert nur über die Haptik, denn selbst der Farbraum ist am Bildschirm inzwischen höher als das, was der HKS-Fächer hergibt. Angesprochen sind Oberflächenveredelungen in Farbe, Glanzgrad und Relief, Metallics und Neon. Multisensorisches Marketing ist eines der Stichworte dieser Entwicklungen.

Das Digitale hat bisher ein Problem, weil die Oberflächlichkeit der glatten Glasoberflächen ein sehr eindimensionales Bild von Farbe zeigen. Farbe hat im Digitalen keine nachvollziehbare Materialität und verliert dadurch eine entscheidende Säule in der direkten und persönlich erlebbaren Ansprache der Kunden.

Die Intelligente Kombination von Farbe und Oberfläche wird zu einem Mehrwert, der des Unternehmen ermöglicht, gezielt, authentisch, lebendig und qualitätvoll/stimmig zu kommunizieren.