cloud#9 magazine

internal monthly magazine for coop himmelb(l)au, vienna

folded A3 paper inhouse production. presentation of projects and activities around the architectural office of chbl, vienna.

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Die Hausbesorgerszene (der Hausbesorger ist etwa vergleichbar mit einem im Haus wohnhaften Hausmeister) ist in Wien sehr ausgeprägt und erfreut sich allseitiger Beliebtheit. Die Hausbesorger bleiben im Allgemeinen freundlich im Hintergrund, kümmern sich um ausgefallene Glühlampen, einen sauberen Hausflur, Dachlawinenwarnungen und natürlich um eine einwandfreie Aussenansicht ihres Betreuungsobjektes. So gab es die längste Zeit gar ein Hausbesorgergesetz, das einen verpflichtenden Hausbesorger vorsah. Die Bestürzung war groß als im Jahr 2000 die blau-schwarze Regierung das Gesetz aufhob. Denn der Hausbesorger ist noch immer die Seele eines gut funktionierenden und harmonischen Wiener Lebensstils, den man positiv als nachhaltig beschreiben kann.

So ist es nicht besonders verwunderlich, dass in Wien, der Stadt des Über-Ichs und des Unbewussten gerade der Hausbesorger seinen Beitrag zur Harmonie beisteuert und allseits Unerwünschtes wegstreicht und nivelliert.
Gerade die Botschaften der unreifen Jugend, hastig mit Sprühdosen auf Häuserwänden verewigt, stellen eine Störung der harmonischen Ordnung von Geist und Körper dar. Angesichts des Angriffs auf das Selbstverständnis des Wiener Lebensstils wird der Hausbesorger getreu dem Motto von Joseph Beuys, dass “jeder ein Künstler” sei zum ausführenden Organ einer der lebenswertesten Städte der Welt. Nur konsequent erscheint es da, dass angesichts der Leistungen der HausbesorgerInnen  im Jahr 2010 in einer Volksabstimmung die Rückeinführung des Hausbesorgergesetzes von 84% der Bevölkerung ausdrücklich gewünscht wurde.

eschehaeriefte nominated

our magazine is nominated for the german design award

caparol display design

farbe ausbau fassade, cologne, 2013

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Ringvorlesung

18.12.2012 "Wer sehen will, muss fühlen"

Nach dem Erfolg der ersten Ringvorlesung an der Fakultät Gestaltung wird am 18.12.2012 Timo Rieke zum Thema „Wer sehen will, muss fühlen“ sprechen

Bei der Ringvorlesung hat man die Möglichkeit, Lehrende jenseits ihrer Lehrveranstaltung kennenzulernen und in den Diskurs zu gehen. Und das in einer entspannten Atmosphäre bei einem kühlen Getränk. Darum: Schon jetzt die Termine für 2013 notieren.

Am 08.01.13 sprechen Eckhard Westermeier mit dem Thema „Von der Prozession zum Prozessing“ und Stefan Wölwer mit dem Beitrag „Digital is so yesterday“. Das Finale der Ringvor-lesungsreihe im Wintersemester 2013 wird von Paul Schmits mit dem Thema „Innere Räume, äußere Räume“ bestritten.

Die Veranstaltung wird von Barbara Kotte organisiert und findet jeweils um 17 Uhr in Raum 120, Kaiserstraße 43-.45 in Hildesheim statt.

Escehaeriefte #2 at my fonts

tgm project participation, magazine in discussion at myfonts.de

“Ohne Worte: Timo Rieke studiert die visuelle Identität von Zeitschriften am Beispiel der Farb- und Formensprache der Covergestaltung.” Florian Hardwig für myfonts.de

Escehaeriefte-Cover

ohne worte

article for escehaeriefte, tgm munich

Three articles published in escehaeriefte. workshop with tgm munich. nice.
http://www.slanted.de/eintrag/escehaeriefte-2

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farbe wird oft mit buntheit verwechselt

RAL interview, 2010

„Farbe wird oft mit Buntheit verwechselt“
Ein Interview mit Jurymitglied Timo Rieke

Auch 2010/2011 vergeben die RAL gGmbH und das Institut Farbe.Design.Therapie den Europäischen FarbDesignPreis. Jurymitglied Timo Rieke ist überzeugt, dass gute Farbgestaltung belohnt werden sollte. Der Europäische FarbDesignPreis ist für ihn ein wichtiges Signal an Auftraggeber und Gestalter, der Farbe eine größere Bedeutung beizumessen. Timo Rieke ist Head of Graphic Design im Architekturbüro Coop Himmelb(l)au und selbständiger Farb- und Grafikdesigner in Wien. Er entwickelt Konzepte für Produkte, Architektur und Kommunikation.

Welche Rolle spielen Farben in Ihrem Alltag?

Wir stehen täglich vor hunderten Farbentscheidungen und merken es in den meisten Fällen nicht einmal. Denn Farbe ist etwas, das wir – keiner weiß genau wie – von klein auf gelernt haben. Man stelle sich also vor, es gäbe keine Farbe. Dann entsteht plötzlich eine ganz andere Wertschätzung. Farbe wird zu einer visuellen Sprache, die ihre Prinzipien hat, ohne die wir kaum auskommen. Einer Sprache, die wir als Farbdesigner ständig hinterfragen und aktiv anwenden. Deshalb liebe ich das schwarze Quadrat von Malevich so sehr. Es zeigte das erste Mal, wie es ist, wenn keine Farbe da ist, wir uns aber im Angesicht der Schwärze endlich der Farbe bewusst werden.

Wie setzen Sie Farben in Ihrer Arbeit ein und wie gehen Sie bei der Farbwahl vor?

Jedes Projekt hat ein eigenes Farbkonzept. Nie aber ist Farbe bloßer Selbstzweck, denn ihre Wirkung ist soziologisch und psychologisch argumentier- und begründbar. Wenn nötig, dann verzichte ich lieber auf Farbe, als sie in einer nicht mehr identifizierbaren Buntheit zu verlieren – Farbe wird leider oft mit Buntheit verwechselt. In der Arbeit als Grafikdesigner spielt die Farbe als emotionale Sprache immer eine Rolle – ob ich nun Leitsysteme gestalte, Plakate entwerfe oder Bücher entwickle. Als Farb-Designer entwickle ich Farbkonzepte und Farbwelten, die Leitfaden sein können für Stadtplaner, Architekten, Produktdesigner oder Materialhersteller. Dabei ist empirische Grundlagenforschung für mich die Basis von Gestaltung und Farbwahl. In meinem Buch „Haptic Visuals“ versuche ich, das Phänomen Farbe anhand von Berührung und taktilen Reizen zu verstehen. So ist zum Beispiel eine raue Oberfläche farblich ganz anders zu behandeln als eine glatte, weiche.

Warum engagieren Sie sich als Jury-Mitglied für den Europäischen FarbDesignPreis?

Ich glaube, dass der Europäische FarbDesignPreis einen Beitrag dazu leisten kann, Farbe als ein äußerst vielfältiges aber durchaus steuerbares Gestaltungsmittel zu kommunizieren. Dabei muss es wichtig sein, einen sensiblen Umgang mit Farbe, Materialität und Haptik in den Vordergrund zu stellen. Wenn Farb-Designer früh in den Gestaltungsprozess einbezogen werden, zeigt sich oft, dass ganz außerordentliche Ergebnisse entstehen, die weit über den originären Gebrauchswert eines Objektes hinausgehen.

Was ist das Ziel des Europäischen FarbDesignPreises?

Der Preis ist ein wichtiges Signal für Auftraggeber und Gestalter, zu zeigen, dass es sich lohnt, der Farbe einen größeren Rahmen einzuräumen. Farbe ist Lebenskultur. Gute Farbgestaltung gehört gefunden, belohnt und kommuniziert. Das passiert bisher viel zu wenig.

Nach welchen Kriterien werden die Preisträger ausgewählt?

Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig? Neben den in der Ausschreibung festgelegten Kriterien ist es mir bei der Preisfindung nicht wichtig, ob es sich um ein großes oder ein kleines Projekt handelt. Oftmals sind es genau die kleinen sensiblen Projekte, die Neues entstehen lassen und besonders spannend sind. Aber auch große, interdisziplinär geführte Projekte werden sicher eine Rolle spielen.

Zum Europäischen FarbDesignPreis

Auch 2010/2011 zeichnen RAL gGmbH und das Institut Farbe.Design.Therapie herausragende konzeptionelle, gestalterische, handwerkliche, künstlerische oder wissenschaftliche Leistungen aus, bei denen Farbe als wesentliches Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Der Europäische FarbDesignPreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Einsendeschluss für alle Einreichungen ist der 10. August 2011. Weitere Informationen und die vollständigen Ausschreibungsunterlagen stehen unter www.farbdesignpreis.com zur Verfügung.

https://www.ral-farben.de/timo-rieke-im-interview.html

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Entwurf Leitsystem

for COOP HIMMELB(L)AU

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Die Farbversteher – Page 10/2010

Als eine Emotion, die auf verschiedenen Sinneseindrücken beruht, hauptsächlich aber von Tastwahrnehmungen ausgelöst wird, begreift Timo Rieke Farbe. Er absolvierte erst das Farbdesign- und anschließend ein Grafikdesignstudium und ist heute Head of Graphic Design bei Coop Himmelb(l)au in Wien. Zusätzlich arbeitet er mit seinen Partnern Anja Sorger und Nestor Gianades an eigenen Projekten (www.gianades.de). “Wenn wir Farben beschreiben, verwenden wir häufig Begriffe, die vom Fühlen kommen, wie kalt oder spitz. Sehen ist so etwas wie eine erweiterter Tastsinn”, erklärt Rieke. Dieser Thematik befasst er sich intensiv mit seinem Buch “haptic visuals. Oberfläche und Struktur – Farbe und ihre Beziehung zur Tastwahrnehmung”.

“Begreift man, dass das Sehen zum Großteil auf Tasterfahrungen beruht, werden Gestaltungselemente wie Farbe Spielelemente einer auf Bewegungsdynamik und unmittelbarem Gefühl beruhenden Welt.” Farbe, so Rieke, sei Gefühl – und die Aufgabe des Farbdesigners bestehe darin, hieraus Farbstrategien für Produkte, Architektur und Kommunikation zu entwickeln. “Farbe ist für mich eine visuelle Sprache, die in jeder Anwendung Aufmerksamkeit erfordert. Auch wenn ich Bücher, Corporate Designs oder Leitsysteme mache, spielt sie, ebenso wie das Material, eine bedeutende Rolle.”

In der Buchgestaltung sieht Timo Rieke zurzeit viele gebrochene, natürlich wirkende Farben, wie helles, nicht gesättigtes, weiches Rosa, Graugrün oder Hellblau. “Häufig hört man, die Trendfarbe sei jetzt Gelb. Aber ich meine, Trendfarben werden zu pauschal behandelt. Man muss doch frage: Was ist das für ein Gelb, welche Materialität hat es?” Als Mitglied des Deutschen Farbenzentrums erstaunt ihn immer noch, wie vielfältig das Phänomen Farbe ist. “Da begegnet man Farbmetrikern, die die Technik in den Vordergrund stellen, und Künstlern, denen es vor allem um die Emotion geht. Ich glaube, wer die Farbe verstanden hat, der versteht die Welt.”

Artikelausschnitt aus der Page, 10/2010 “Die Farbversteher” von Antje Dohmann

profil

Farbe und Grafik für Produkt und Oberfläche

Graphik und Farbe für Produkt und Oberfläche
Muster und Ornamentik
Farbkollektionen/Trends/Boards
Produktfarbigkeit

Meine Philosophie und Art zu gestalten ist gekennzeichnet durch gezielte geschichtliche und gesellschaftliche Analyse, Trendbeobachtung, Einfachheit in der Gestaltung, Verständlichkeit in der Botschaft, Emotionalität und Authentizität als Übermittler sowie Menschlichkeit als Ziel.

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facade competition, vienna

color and material design for a parking garage

 

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high school #9

book design for coop himmelb(l)au, vienna, austria

Book Design for COOP HIMMELB(L)AU (design collaboration, pre press, color management); project monography: “Central Los Angeles Area High School #9 for the visual and performing arts, Los Angeles, California, USA” published by Prestel

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